Konflikt-Entstehung

Checkliste: Konflikt-Entstehung

Für die Konfliktlösung braucht es das Wissen über die Grundlagen und die Arten der Konfliktentstehung:

  • Konfliktentstehung durch Interpretation
    • Interpretationsnotwendigkeit des gleichen Lebensumstands durch zwei Parteien kann zu einem Konflikt führen
  • Kollision von „Wahrheiten“
    • Enttäuschte Erwartungen
      • Konflikte gründen oft in enttäuschten Erwartungen und können Menschen verändern
    • Von der Realität zum Wunschdenken
      • Viele Konfliktparteien verdrängen den effektiven Sachverhalt, der Ursprung des Konflikts ist, und legen sich die eigene Version der Konfliktgrundlage zu recht
    • Veränderung bis zum Kontrollverlust
      • Konflikte können Menschen verändern, bis hin zum Kontrollverlust
  • Konfliktsyndrom
    • Kommunikationsstörung
      • Kommunikation verschlechtert sich
    • Wahrnehmungsverzerrung
      • Verzerrung der Wahrnehmung bis hin zu verschobener Wahrnehmung
      • Wachsendes Misstrauen
    • Verlust der Wahrnehmung von Gemeinsamkeiten
      • Gemeinsamkeiten gehen zunehmend aus dem Blickwinkel verloren
  • Kommunikationsstörung
    • Kommunikationskiller
      • Am Anfang jedes Konflikt steht eine gestörte Kommunikation
      • Die Kommunikation basiert auf einem:
        • Beziehungsaspekt
        • Inhaltsaspekt
    • Defensive Kommunikation
      • Verteidigung
      • Verantwortungszurückweisung
      • Kritikabwehr
      • Gegenvorwürfe und Gegenbeschuldigungen
    • Provokative Kommunikation
      • Zynische Bemerkungen
      • Stellen nicht beantwortungsfähiger Fragen
      • Argumentatorisches Ausnutzen des Wissens der Gegenpartei
    • Verächtliche Kommunikation
      • Abwertende Aeusserungen
      • Gemeinheiten austeilen
      • Besprechungspunkte ins Lächerliche ziehen
      • Optik verfälschen
      • den Gesprächspartner herabwürdigen
    • Rückzug und Mauem
      • Verweigerung der Kommunikation
      • Partner ignorieren
      • Sich vom Partner abwenden und wegsehen oder ihn nicht sehen (wollen)
    • Kommunikationsstörendes Verhalten
      • Belehrungen
      • Vorschläge machen
      • Übertriebenes Loben
      • Kritisieren
      • Predigen
      • Interpretieren
      • Unterstellen
      • Bewusstes Falschverstehen
      • Ablenken
      • Befehle erteilen
      • Verurteilen
      • Drohen
      • Beschämen
      • Trösten
      • Beruhigen
    • Sprachregeln
      • Vereinbarung von Sprachmodi
        • Sprechen (senden)
        • Zuhören (Empfangen)
      • Regeln für den Sprechenden
        • Sprechen in der Ich-Form
        • Offenbarung der Stresssituationen
        • Bekanntgabe des Unwohlseins
        • Keine Verallgemeinerungen
        • Beschreibung der eigenen Gefühle und Empfindungen
      • Regeln für den Zuhörenden
        • Aktives Zuhören
        • Interessiertes Zuhören
        • Offene Rückfragen
        • Verifizierung durch wohlwollende Rückfragen
        • Keine Interpretationen
  • Wahrnehmungsverzerrungen
    • Grundsätzliches
      • Zunehmende Beeinträchtigung der Wahrnehmungsfähigkeit der Parteien durch den Konflikt
      • Stärkere Wahrnehmung unterschiedliche Meinungen, Stellungnahmen Wertungen und Interesse-Erklärungen
    • Arten von Wahrnehmungsverzerrungen in Konflikten
      • Grundsatz
        • Selektive Aufmerksamkeit
      • Subjektive Aspekte
        • Überspitzte Wahrnehmung bedrohlicher Erklärungen der Gegenpartei
        • Besondere Wahrnehmung negativer Eigenschaften der Gegenpartei
          • Festigung bestehender Vorurteile
        • Verdrängende Wahrnehmung von positiven Eigenschaften
      • Objektive Aspekte
        • Simplifizierende Wahrnehmung komplexer Ereignisse
      • Temporale Aspekte
        • Beeinträchtigte Wahrnehmung des Zeitaspekts (sog. „Kognitive Kurzsichtigkeit“)
          • Verdrängung der längerfristigen Folgen des eigenen Verhaltens
          • Leidendes Erinnerungsvermögen mit der Folge, dass Ereignisse chronologisch verdreht werden
  • Gefühlsstörungen
    • Kommunikation
      • Zunehmender Verlust von gegenseitigem Mitgefühl unter den Konfliktparteien
    • Wahrnehmung
      • Kein Gespür für einander
    • Verhalten
      • Es gelingt den Konfliktparteien nicht mehr, gleichzeitig positive und negative Gefühle für einander zu empfinden (sog. Unempfindlichkeit)
  • Wîllensveränderungen
    • Kommunikation
    • Wahrnehmung
      • Die Handlungsmöglichkeiten verengen sich
      • Jedes gemeinsame Ziel wird aus dem Fokus verloren
    • Verhalten
      • Einsetzen einer Fanatisierung
      • Die Konfliktparteien wollen nun ihren Willen und ihre Ziele unbedingt, «um jeden Preis», durchsetzen
      • Unterbewusste Willensebenen werden geweckt
        • Instinkte
        • Triebe
          • Macht
          • Selbstschutz
          • usw.
  • Verhaltensänderungen
    • Kommunikation
    • Wahrnehmung
    • Verhalten
      • Taten folgen
      • Versuch jeder Konfliktpartei, ihre Ziele auf Kosten der Gegenpartei zu verfolgen und zu erreichen
      • Zunahme gegenseitiger Behinderungen
      • Auftreten ungewollter, aber in Kauf genommener Nebenwirkungen des eigenen Verhaltens
      • Zurückschlagen des Konfliktgegners
      • Kollateralschäden führen zu einer weiteren Eskalation des Konfliktes

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